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Hirnholz oder Längsholz Schneidebrett – Vorteile & Unterschiede

In diesem Artikel erfahren sie was Stirnholz und Längsholz ist, wie sich die beiden Hölzer unterscheiden und welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Schnitte besitzen.

Bei der Auswahl des Schneidebretts gibt es einige Regeln, die zu beachten sind. Als erstes sollte man wissen, welche Eigenschaften das Schneidebrett selbst haben sollte. D.h. es sollte groß genug sein, ein gewisses Gewicht besitzen, rutschfest sein und idealerweise Griffmulden, Gummifüße und unter Umständen auch eine Saftrille.

Wer mehr darüber erfahren will, kann sich diesen Abschnitt durchlesen.

Dann spielt die Auswahl des richtigen Holzes eine Rolle. Wer noch nicht sicher ist, welches Holz geeignet ist, kann sich diesen ausführlichen Artikel durchlesen. Dort erkläre ich die gängigsten Holzsorten und welches Holz für welche Bedürfnisse geeignet ist.

Zu guter Letzt spielt noch die Schnittrichtung des Holzes eine Rolle. Für Schneidebretter verwendet man entweder Längsholz oder Stirnholz, auch Hirnholz oder Kopfholz genannt.

Was ist Längsholz?

Längsholz ist nichts anderes, als entlang der Faser geschnittenes Holz. Bei Schneidebrettern aus Längsholz werden mehrere dieser länglich geschnittenen Holzstücke nebeneinandergelegt, verleimt, zugeschnitten, geschliffen und geölt.

Was ist Hirnholz/Stirnholz/Kopfholz?

Stirnholz ist quer zur Faser geschnittenes Holz. Wird das Schneidebrett aus Stirnholz hergestellt, werden die quer zur Faser geschnitten Holzteile in kleine Würfel geschnitten und nebeneinandergelegt. Diese Würfel können alle gleichgroß sein, unterschiedliche Größen besitzen oder im Mosaikmuster hergestellt werden.

Diese Holzwürfelstücke werden dann mit der offenen Faser nach oben aneinandergeklebt, geschliffen und dann geölt.

Die folgenden Grafiken sollen die Unterschiede zwischen Hirnholz und Längsholz zeigen.

In der ersten Grafik (links) sind die beiden Schnittarten zu sehen und in der zweiten Grafik (rechts) sieht man, die unterschiedliche Anordnung des Holzes in den jeweiligen Schneidebrettern.

Welche Unterschiede ergeben sich daraus?

Dadurch, dass die Fasern einmal nach länglich verlaufen (Längsholz) und einmal offen sind und nach oben zeigen (Stirnholz), verhält sich das Holz unterschiedlich:

Gewicht und Dicke

Schneidebretter aus Längsholz sind in der Regel dünner und leichter als Schneidebretter aus Hirnholz. Für manche mögen leichte Schneidebretter vorteilhaft sein, in der Regel ist es allerdings besser, wenn ein Schneidebrett schwer & massiv ist, damit es beim Schneiden nicht verrutscht und sicher steht. Das höhere Gewicht von Hirnholz Schneidebrettern ist auch bei Hackblöcken sehr vorteilhaft.

Daher haben Schneidebretter aus Hirnholz hier einen leichten Vorteil, da sie dicker sind und somit ein gewisses Gewicht mit sich bringen um standfest zu sein.

Egal ob Längs- oder Stirnholz ich würde immer Schneidebretter mit Gummi- oder Silikonfüßen empfehlen. Dadurch steht es sicherer, verrutscht nicht und trocknet nach Benutzung überall gleichmäßig, auch auf der Unterseite.

Haltbarkeit

Egal ob Hirnholz oder Längsholz – bei richtiger Pflege halten Holzschneidebretter jahrzehntelang. Wie man sie richtig pflegt, erkläre ich in diesem Artikel.

Allerdings neigt Längsholz dazu, sich mit der Zeit zu verziehen, selbst wenn das Holz richtig gepflegt wird. Hirnholz verzieht in der Regel nicht so leicht und schon gar nicht bei richtiger Pflege.

Daher hat Hirnholz auch hier einen leichten Vorteil.

Pflege

Wie häufig Schneidebretter eingeölt werden müssen, hängt einerseits vom Holz ab und wie häufig/intensiv sie benutzt werden. Bei gleicher Nutzung und demselben Holz haben Schneidebretter aus Stirnholz die Nase vorn. Dadurch, dass die Poren des Hirnholzes offen liegen, können sie mehr Öl aufnehmen und das Öl dringt tiefer in das Holz ein.

Dadurch müssen Schneidebretter aus Stirnholz seltener geölt werden.

Abschleifen/Erneuern

Jedes Holz lässt sich abschleifen und erneuern. Insgesamt lässt sich Hirnholz einfacher abschleifen und die Ergebnisse sind besser, sodass es danach wieder aussieht wie neu. Schneidebretter aus Längsholz können zwar auch abgeschliffen und erneuert werden, aber es ist etwas mühsamer und liefert oftmals nicht so gute Ergebnisse. Besonders wenn die Schnittspuren tief sind.

Ich schleife mein Stirnholz Schneidebrett ca. 1 mal im Jahr ab und entferne alle Schnittspuren, sodass es wieder wie neu aussieht. Das ist einer der Gründe, weshalb ich Schneidebretter aus Stirnholz so liebe. Den ganzen Artikel, wie ich mein Schneidebrett abgeschliffen habe, gibt es hier.

Schnittspuren

Hier hat Hirnholz einen großen Vorteil. Schnittspuren sind weniger sichtbar und entstehen auch nicht so schnell wie bei Schneidebrettern aus Längsholz. Dadurch dass man bei Hirnholz in die offenen Fasern schneidet, haben diese die Möglichkeit sich wieder zu schließen bzw. zu regenerieren. Um dies zu verdeutlichen, habe ich zwei Grafiken erstellt.

Hirnholz

Dadurch, dass das Messer beim Stirnholz in die offenen Fasern schneidet, werden sie vom Messer zur Seite weggedrängt. Danach ordnen sich die Fasern zum Teil wieder von selbst an. Dadurch entstehen Schnittspuren nicht so schnell und sind auch nicht so tief wie bei Längsholz.

Längsholz

Dadurch, dass die Fasern seitlich angelegt sind, zertrennt man sie beim Schneiden. Deshalb können sich die Fasern beim Längsholz nicht regenerieren. Das hat zur Folge, dass Schnittspuren schneller entstehen, sichtbarer und auch tiefer als beim Hirnholz sind.

Schnitthaltigkeit

Wenn es um die Schnitthaltigkeit geht, ist Holz generell eines der besten Materialien für Schneidebretter. Besonders wenn Schneidebretter aus dem richtigen Holz gemacht sind.

Im direkten Vergleich, gewinnt jedoch Hirnholz, da es sanfter zur Klinge ist und die Messer deshalb länger scharf bleiben.

Herstellung und Kosten

Die Herstellung von Schneidebretter aus Längsholz ist deutlich einfacher und günstiger, als die von Hirnholz Schneidebrettern. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Schneidebretter aus Längsholz beliebter sind.

Daher eignen sich Schneidebretter aus Längsholz besonders für Menschen mit einem begrenzten Budget. Hirnholz ist zwar teurer und aufwändiger, aber die Vorteile überwiegen deutlich.

Aussehen und Muster

Bei Längsholz sind die Möglichkeiten eher begrenzt, was das Aussehen angeht. Man kann entweder ein Holz mit einer schönen Maserung auswählen oder ein Schneidebrett aus mehreren verschiedenen Hölzarten auswählen.

Stirnholz Schneidebretter werden aus Würfeln gebaut. Hier kann man alle möglichen Muster und Variationen erstellen. Allerdings ist ein Schneidebrett mit einem komplexen Muster deutlich teurer, da es mehr Aufwand ist, es herzustellen.

Kriterien wie das Aussehen sind natürlich eher subjektiv, was die Variationsmöglichkeiten angeht, hat das Stirnholz die Nase vorn.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Eigenschaften
Gewicht
Pflege
Haltbarkeit
Abschleifen
Schnitthaltigkeit
Schnittspuren
Preis
Variationsmöglichkeit
Hirnholz
Längsholz

Fazit

Wenn es darum geht, welches Holz besser für Schneidebretter geeignet ist, dann hat Hirnholz die Nase klar vorn. Leider ist der relativ hohe Preis oftmals ein Hindernis, weshalb die meisten Menschen lieber auf normale Schneidebretter aus Längsholz zurückgreifen.

Wer teure Messer besitzt und für sie nur das beste will, der sollte definitiv ein Schneidebrett aus Hirnholz kaufen. Hirnholz muss nicht unbedingt teuer sein und für 70-150 Euro bekommt man schon gute Schneidebretter aus Stirnholz.

Wer ein sehr begrenztes Budget hat, kann entweder sparen oder sich ein günstiges & gutes Schneidebrett aus Längsholz kaufen.

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