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Victorinox Fibrox – Das beste Küchenmesser für unter 50 Euro?

Ich habe das Victorinox Fibrox mehrere Wochen lang getestet und berichte über die Erfahrung, die ich mit diesem Küchenmesser gemacht habe. In diesem Artikel erfahren sie, ob es sich lohnt das Victorinox Fibrox zu kaufen, welche Vor- und Nachteile es hat und für wen dieses Messer geeignet ist.

Kurzer Disclaimer

Ich versuche in regelmäßigen Abständen objektive Tests bzw. Erfahrungsberichte von hochwertigen Produkten zu verfassen, von denen ich überzeugt bin und die in Messerkreisen einen guten Ruf besitzen.

Falls sie diesen Erfahrungsbericht hilfreich finden, würde ich mich freuen wenn sie als kleines Dankeschön, dieses oder ein anderes Produkt, über meine Links bei Amazon kaufen.

Dies hilft mir die Käufe zu finanzieren und motiviert mich, weiterhin guten Content zu erstellen.

Wer sich einige Artikel auf meiner Seite durchliest stellt fest, dass ich normalerweise nur Messer empfehle, die mindestens 50 Euro kosten. Dies hat seinen Grund. Denn hochwertige Küchenmesser haben einen gewissen Preis. Guter Messerstahl ist beispielsweise relativ teuer und eine gute Verarbeitung hat ebenfalls seinen Preis.

Das Victorinox Fibrox stellt allerdings eine Ausnahme dar. Es kostet bei Amazon ca. 30 Euro und wird von vielen Experten und Profis sehr gelobt. Viele Profis behaupten sogar, dass es mit vielen teureren Messern mithalten kann. Deshalb habe ich das Messer mehrere Wochen lang getestet und schreibe in diesem Erfahrungsbericht, was ich vom Fibrox halte und für wen dieses Kochmesser geeignet ist.

Maße und Gewicht

Der Messerrücken ist ziemlich genau 20 cm und die Länge der Klinge beträgt insgesamt 21 cm. Der Griff ist an der längsten Stelle 14 cm lang. Die Höhe der Klinge beträgt an der höchsten Stelle 5,3 cm mit ca. 3 cm Platz für die Fingerknöchel. Dies ist relativ viel Platz, weshalb dieses Messer auch für Männer mit großen Händen geeignet ist, die beim Schneiden mit anderen Messern häufig Probleme mit ihren Fingerknöcheln bekommen, weil diese beim Schneiden das Schneidebrett berühren.

Die Dicke des Messerrückens beträgt knapp 3 mm und das Messer wiegt insgesamt um die 170g.

Mein erster Eindruck

Das Messer liegt definitiv gut in der Hand. Es ist nicht zu schwer, aber schwerer als meine anderen Messer, da ich hauptsächlich japanische Messer und Santokus verwende. Im Vergleich mit anderen europäischen Kochmessern, wiegt es allerdings weniger als die meisten Messer.

Da ich mich an japanische Messerformen gewöhnt habe, merke ich sofort den Unterschied beim Schneiden. Japanische Messer sind dazu gedacht um das Schnittgut quasi von vorne nach hinten (oder umgekehrt) zu schneiden. Mit europäischen Kochmessern schneidet man eher vertikal, von oben nach unten in Hackbewegungen.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit komme ich mit diesem Küchenmesser jedoch gut zurecht und alle Schnitte gelingen ohne Probleme. Ich habe mit dem Fibrox hauptsächlich Gemüse wie Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln etc. geschnitten.

Im Vergleich zu meinen Carbonmessern schneidet das Victorinox einen Tick schlechter, was allerdings kein Nachteil ist. Carbonmesser besitzen insgesamt besser Schneideigenschaften als Edelstahlmesser, weshalb es keine Schande ist, wenn es nicht mithalten kann. Wer mehr über die Unterschiede von Carbonmessern erfahren will, kann sich diesen Artikel durchlesen.

Insgesamt ist mein erster Eindruck durchaus positiv.

Aussehen

Das Victorinox gewinnt keinen Schönheitspreis was das Design angeht, aber das muss es auch nicht. Die Form ist simpel, das Messer ist effizient und es tut was es tun soll, nämlich schneiden. Und für 30 Euro sollte man ehrlich gesagt auch kein ausgefallenes Design erwarten.

Dieses Messer ist nicht für Messerliebhaber gedacht die ein besonders schönes Messer wollen, sondern für Menschen die ein Messer nur als Werkzeug sehen.

Daher bekommt es von mir 6/10 Punkten für das Aussehen.

Schärfe

Die Schärfe ist der wichtigste Punkt bei einem Messer. Hier gibt es definitiv nichts auszusetzen. Egal ob hartes Schnittgut wie Kartoffeln, Kürbisse und Ananasse oder weiches Schnittgut wie Tomaten. Es hat alle Aufgaben ohne Probleme gemeistert und hatte nie Probleme beim Schneiden.

Stahl

Der Stahl entscheidet darüber, wie scharf das Messer wird und wie lange die Schärfe hält. Die Rockwell Härte beträgt 55-56 HRC, was dem Durchschnitt für die europäische Kochmesser entspricht.

Die Klinge besteht aus X50CrMoV15 Stahl und das am häufigsten verwendete Stahlgemisch ist, weil er pflegeleicht ist und über gute Schneideigenschaften verfügt. Zwilling, Wüsthof und andere namhafte Hersteller verwenden ebenfalls diesen Stahl.

Allerdings wird das Fibrox gestanzt und nicht geschmiedet, weshalb es günstiger in der Herstellung ist.

Für die Schärfe vergebe ich 8/10 Punkten.

Schnitthaltigkeit

Die Schnitthaltigkeit ist ein häufiges Manko bei günstigen Messern. Preiswerte Messer sind anfangs zwar sehr scharf, verlieren die Schärfe allerdings nach kurzer Zeit, weil der verwendete günstige Stahl die Schärfe nicht lange halten kann. Mehr über die Nachteile von Billig-Messern gibt es in diesem Artikel.

Dies ist beim Victorinox Fibrox jedoch nicht der Fall. Ich habe das Messer immer wieder zwischendurch auf seine Schärfe getestet, indem ich damit Papier geschnitten habe. Je nachdem wie häufig ich es benutzt habe und was für Lebensmittel ich damit geschnitten habe, hielt die Schärfe etwa 1-2 Wochen, ohne es mit einem Wetzstahl abzuziehen.

1-2 Wochen entspricht in etwa einer durchschnittlichen Schnitthaltigkeit für viele hochwertige Messer. Daher ist es als sehr positiv anzusehen, dass das Victorinox mit anderen hochwertigen Messern mithalten kann.

Anmerkung

Nach 1-2 Wochen ist es zwar nicht stumpf, aber nicht mehr scharf genug, um sauber durch Papier zu schneiden. In einer professionellen Küche wird die Schärfe natürlich keine 1-2 Wochen halten, sondern höchstens 1 Tag. Wer auf einer ungeeigneten Unterlage wie beispielsweise Glas, Stein oder auch Bambus schneidet, bei dem wird die Klinge dementsprechend schneller stumpf.

Daher vergebe ich für die Schnitthaltigkeit 8/10 Punkten.

Griff

Der Griff ist zwar nicht besonders schön, dafür aber sehr praktisch. Denn er besteht aus dem namensgebenden Fibrox Material. Das Material ist auch bei Nässe sehr rutschfest, weshalb es besonders gut für professionelle Küchen geeignet ist. In professionellen Küchen fehlt nämlich die Zeit, um ständig die Hände und den Griff abzutrocknen. Außerdem besitzt der Griff eine sehr angenehme Form und (bei mir) nirgendwo Druckstellen.

Daher vergebe ich für die Handhabung und die Praktikabilität 9/10 Punkten.

Preis- Leistung

Hier ist das Victorinox Fibrox unangefochten. Es gibt wenn überhaupt, nur sehr wenige Messer, die so gut schneiden, so robust sind und gleichzeitig um die 30 Euro kosten. Von den Messern unter 50 Euro die ich bisher in der Hand hatte, ist das Fibrox das beste und kann auch mit vielen teureren Messern ohne Probleme mithalten.

Daher vergebe ich beim Preis- Leistungsverhältnis eine klare 10/10.

Gesamtbewertung

Victorinox hat es geschafft, ein hochwertiges Messer herzustellen, was für Messer-Verhältnisse extrem günstig ist. Alles in allem kann man bei dem Preis nicht meckern. Daher vergebe ich für das Victorinox Fibrox:

8/10 Punkten
Für wen ist dieses Messer geeignet?

Profiköche, Metzger und Fleischer

Ursprünglich wurde das Fibrox für den Profibedarf hergestellt, da ist es nur logisch, dass es im Profibereich am häufigsten verwendet wird. Es erfüllt alle notwendigen Kriterien für ein Profimesser. Es ist scharf und schneidet sehr gut und besitzt einen rutschfesten Griff, der selbst bei Nassen Händen sicher in der Hand liegt. Zudem ist es sehr robust und hält allen möglichen Belastungen stand, da Kochmesser in Profiküchen häufig zweckentfremdet werden, weil man dort so wenig Zeit hat.

Außerdem ist es leicht, was in Profiküchen besonders wichtig ist, weil jedes Gramm zählt, wenn man mit einem Messer mehrere Stunden hantiert.

Kochazubis und angehende Köche

Natürlich gelten die obigen Vorteile auch für Azubis und angehende Köche. Trotzdem erwähne ich es nochmal, da Azubis häufig zu teure Messer bzw. Messersets kaufen, die im Ausbildungsbetrieb oder der Kochschule nicht selten geklaut und beschädigt werden. Daher ist es sinnvoller in der Ausbildung zum Koch ein günstiges Messer und gegebenenfalls nach der Ausbildung, wenn man bereits Praxiserfahrung gesammelt hat, ein etwas teureres Messer zu kaufen.

Einen ausführlichen Artikel zum Thema welche Messer in der Kochausbildung geeignet sind, habe ich hier geschrieben.

Menschen mit kleinem Budget

Schüler Studenten, alleinerziehende Mütter und arbeitslose haben häufig ein begrenztes Budget. Bevor man sich ein Billig-Kochmesser für 20 Euro holt, was garantiert schlechter sein wird, lieber 10 Euro mehr für das Victorinox Fibrox ausgeben.

Wohngemeinschaften und Familien

In Wohngemeinschaften, Studenten WGs und Familien mit Kindern werden Kochmesser ebenfalls häufig zweckentfremdet oder falsch behandelt. Da lohnt es sich nicht teure oder japanische Messer zu kaufen. Da das Fibrox sehr robust ist hält es eine Menge aus und falls es doch mal kaputt gehen sollten, ist es kein Weltuntergang.

Als günstiges Zweitmesser

Das Victorinox Fibrox ist das ideale Zweitmesser, wenn jemand teure oder japanische Messer besitzt. Japanische Messer sind häufig sehr speziell und können bei falscher Handhabung schnell beschädigt werden. Besonders wenn sie zum Schneiden von Lebensmitteln verwendet werden, für die sie nicht gedacht sind.

Japanische Messer sind besonders schlecht geeignet, wenn Fleisch vom Knochen getrennt werden muss oder harte Lebensmittel wie Kürbisse zertrennt werden müssen. Wenn man Pech hat, können sie dadurch kaputt gehen.

Stattdessen sollten man dafür lieber ein günstiges Kochmesser wie das Fibrox verwenden, was einerseits für solche Vorhaben gedacht ist und andererseits sehr viel aushält und nur schwer kaputt zu bekommen ist.

Pflege

In vielen Haushalten wird die regelmäßige Pflege der Messer vollkommen ignoriert oder vernachlässigt. Dabei ist die Pflege sehr einfach und dauert nur wenige Sekunden. Man benötigt lediglich einen Wetzstahl, um ein Messer scharf zu halten und einen Keramik Schärfstab oder einen Schleifstein, um das Messer alle paar Wochen oder auch Monate zu schleifen.

Normalerweise empfehle ich für teurere Messer hochwertiges Zubehör. Allerdings macht es für das Victorinox keinen Sinn einen teuren High End Wetzstahl und Schärfstab zu kaufen. Daher reicht für das Fibrox im Grunde jeder beliebige Wetzstahl.

Ich kann zum Beispiel bei Amazon diesen Wetzstahl von Wüsthof oder diesen Wetzstahl von Zwilling empfehlen.

Zum Schleifen/Schärfen würde ich beispielsweise auf Amazon den Keramikschärfstab von Wüsthof oder den BeaMoo Kombischleifstein empfehlen.

Auch wenn es anfangs teuer erscheint, nochmals in etwa doppelt so viel für das Zubehör auszugeben, sind diese Sachen notwendig und gehören zu einer Grundausstattung genauso dazu, wie ein vernünfiges Schneidebrett.

In diesem Artikel erkläre ich welche Messer & welches Zubehör in der Küche notwendig ist und hier erkläre ich worauf sie bei Schneidebrettern achten sollten und welche Materialien geeignet sind.

Fazit

Alles in allem ist das Victorinox ein sehr solides Messer, besonders wenn man bedenkt wie günstig es ist. Vielleicht gibt es noch andere bessere Messer für 30 Euro die mir nicht bekannt, aber ich bezweifle das. Egal ob Profikoch, Koch-Azubi, im Privathaushalt oder als günstiges Zweitmesser. Mit diesem Messer kann man nicht viel falsch machen, vor allem nicht für rund 30 Euro.

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