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Anleitung: Schneidebretter richtig abschleifen & ölen – So gehts

Das regelmäßige Einölen des Schneidebretts ist notwendig, um das Holz zu pflegen, damit es geschmeidig bleibt und nicht rissig, trocken und spröde wird. Ab und zu empfiehlt es sich das Schneidebrett außerdem mit Sandpapier abzuschleifen. In diesem Artikel erkläre ich, wie ich mein Schneidebrett abgeschliffen und geölt habe und versuche, eine möglichst genaue Anleitung zu erstellen, damit sie zuhause alles richtig machen.

Folgende Utensilien werden benötigt:
  • Schleifpapier grob (120-150) & fein (220-400)
  • einen Schleifpapierhalter/Schleifklotz. Wer ein elektrisches Schleifgerät besitzt, sollte natürliches dieses nutzen
  • Öl in Form von lebensmittelechtem Mineralöl, Leinölfirnis oder lebensmittelechtem Holzwachs
  • 1 Pinsel/Stofftuch
  • alte saubere Tücher oder Kleidungsreste
  • Staubsauer, um den Holzstaub einzusaugen

Wer  eines oder mehrere der oben genannten Utensilien benötigt, für den habe ich einige empfehlenswerte Produkte auf Amazon verlinkt. Ansonsten können alle Sachen in jedem Baumarkt gekauft werden. 

Vorweg

Ich bin kein Experte und habe, nachdem ich das Schneidebrett abgeschliffen und geölt habe, noch etwas recherchiert, um ihnen die bestmöglichen Informationen zu liefern. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich zwei kleine Fehler beim Abschleifen begangen habe. Ich werde diese Fehler weiter unten erwähnen, damit sie die Fehler nicht wiederholen.

In meiner Anleitung ich mein Schneidebrett aus Stirnholz aufgearbeitet und erneuert. Die Anleitung gilt aber ebenso für Schneidebretter aus Längsholz, da die Arbeitsschritte im Prinzip gleich sind.

Vor dem Abschleifen

Bevor das Schneidebrett abgeschliffen wird, sollte es sauber und trocken sein.

1. Abschleifen mit grober Körnung

Als erstes fängt man mit dem groben Schleifpapier an. Das grobe Schleifpapier entfernt die obersten Schichten und trägt einerseits alte Ölschichten ab und entfernt Schnittspuren, die sich durch den Gebrauch angesammelt haben. In der Regel reicht es, wenn die grobe Körnung zwischen 120-150 liegt. Ist das Schneidebrett sehr uneben oder hat sehr tiefe Schnittspuren, kann auch eine Körnung von 80 verwendet werden.

Die falsche Körnung war auch schon mein erster Fehler, den ich begangen habe. Ich hatte zum Zeitpunkt des Abschleifens, nur ein  Schleifpapier mit 180er Körnung. Die hat zwar die meisten Schnittspuren entfernt, aber eben nicht alle. Das ist zwar nicht schlimm, aber wenn ich das Schneidebrett schon abschleife, will ich alle Schnittspuren entfernen.

Richtig abschleifen

Weil ich falsch abgeschliffen habe, habe ich 2 1/2 Blätter verbraucht (2 neue, 1 gebrauchtes)

Das Schleifpapier am besten auf einem Schleifklotz befestigen und mit kreisenden Bewegungen und mit wenig Druck gleichmäßig über die Oberfläche gehen. Beim Abschleifen sollte man nicht zu viel Druck aufwenden, da der Holzstaub sonst die Zwischenräume des Schleifpapiers verstopft, sodass das Schleifpapier seine abtragende Wirkung verliert.

Weil genau das mein zweiter Fehler war. Ich habe beim Abschleifen zu stark gedrückt, sodass sich der Holzstaub nach kurzer Zeit angesammelt hat und am Schleifpapier haften blieb und das Sandpapier verstopft hat.

Daher immer anfangs besser etwas zu leicht drücken und den Druck später anpassen, als von vornherein zu feste zu drücken und somit die Zwischenräume des Schleifpapiers zu verstopfen.

Zwischendurch können sie immer wieder mit den Fingerspitzen über das Holz gehen und abtasten, wie sich das Holz anfühlt und ob noch Schnittspuren oder Unebenheiten zu fühlen sind. Falls ja, einfach weitermachen, bis die Unebenheiten und Schnittspuren weggeschliffen sind.

Zusätzlich kann man das Schneidebrett gegen das Licht halten und schauen, ob man zusätzliche Schnittspuren entdeckt. Manchmal sind Schnittspuren zu fein, um sie zu ertasten, werden aber sichtbar, wenn das Schneidebrett gegen das Licht gehalten wird.

Tipp

Bei einigen Schneidebrettern empfiehlt es sich, auch die seitlichen Ränder mit abzuschleifen und später einzuölen.

2. Abschleifen mit feiner Körnung

Ist die Oberfläche gleichmäßig und die meisten oder alle Schnittspuren entfernt, nimmt man die feine Körnung. Hier empfiehlt sich am besten eine Körnung zwischen 220-400, die als sehr fein gilt. Ich habe bei meinem Schneidebrett, eine Körnung von 320 verwendet.

Hier gehen sie genauso vor, wie mit dem groben Schleifpapier. Immer in kreisenden Bewegungen und mit leichtem Druck abschleifen, damit das Schleifpapier intakt bleibt und nicht verstopft. Nachdem das Schneidebrett mit feinem Schleifpapier behandelt wurde, sollte es sich glatt und geschmeidig anfühlen.

Die ersten beiden Arbeitsschritte sind damit getan und sollten zwischen 15-30 Minuten dauern. Mit einer elektrischen Schleifmaschine geht das Ganze noch schneller.

Wer das Abschleifen überspringen will, kann direkt mit Schritt 3 anfangen

3. Schneidebrett einölen

Nun ölt man das Schneidebrett ein. Vor dem einölen, vorhandenen Holzstaub am besten mit einem trockenen Tuch entfernen. Zum einölen bitte KEIN Pflanzenöl verwenden, sondern nur geeignetes Öl.

Hier erkläre ich, warum Pflanzenöl ungeeignet ist und hier  schreibe ich (selber Artikel), welche Öle stattdessen empfehlenswert sind.

Anwendung

Wer Mineralöl und Wachs verwendet, nimmt entweder ein Tuch oder einen Lackpinsel. Wer Leinölfirnis verwendet, sollte auf jeden Fall einen Lackpinsel zum Einölen verwenden.

Nun gießen sie etwas Öl auf das Schneidebrett und verteilen es gleichmäßig auf dem Holz. Sie sollten so viel Öl, damit das Schneidebrett überall gut und flächendeckend eingeölt ist, aber nicht zu viel, sodass es tropft oder seitlich herunter läuft.

optional*: Wer Leinölfirnis verwendet, kann das Leinöl mit Terpentin (50/50) verdünnen. Das Terpentin sorgt dafür, dass das Leinöl besser und tiefer in das Holz eindringt.

Ist die Oberfläche eingeölt, lassen sie das Öl 20-30 Minuten einziehen. Nachdem das Öl eingezogen ist, werden sich bei den meisten Schneidebrettern Stellen bilden, wo das Öl schon vollständig eingezogen und andere Stellen wiederum, wo das Öl vom Holz kaum aufgesogen wurde.

Hier habe ich versucht, das unterschiedlich eingezogene Öl zu fotografieren. Leider sieht man die Stellen auf dem Foto nicht so gut.

Nun ölen sie das Schneidebrett erneut ein und wiederholen den Vorgang so lange, bis das Öl vom Schneidebrett nicht mehr aufgenommen wird. Bei meinem und bei den meisten Schneidebrettern sind es zwischen 2-3 Durchgänge, mit jeweils 20-30 Minuten Zeit zum Einziehen lassen.

Das Schneidebrett von Ölresten entfernen

Kommt der Punkt, an dem das Schneidebrett mit Öl gesättigt ist und nicht mehr vom Holz aufgenommen wird, nehmen sie einen alten Lappen, ein Stofftuch oder ein altes Kleidungsstück und wischen das restliche Öl von der Oberfläche, sodass keine sichtbaren Ölreste mehr vorhanden sind.

Das gründliche Abtrocknen ist besonders beim Leinöl wichtig, da Leinöl, welches nicht in Holz eingezogen ist, später extrem klebrig wird, sodass das Schneidebrett erneut abgeschliffen werden muss, um die klebrigen Ölreste zu entfernen.

Außerdem können die Dämpfe des Leinöls Hitze erzeugen, sodass die Gefahr einer Selbstentzündung besteht. Daher sollte ein mit Leinölfirnis getränkter Lappen zum Trocknen entweder ausgebreitet werden oder in einem luftdichten und feuerfesten Behälter, beispielsweise Blechdose aufbewahrt werden.

Das Schneidebrett trocknen lassen

Ist das Schneidebrett vollständig von Ölresten befreit, muss es nur noch trocknen. Beim Mineralöl und dauert dies in der Regel einige Stunden. Optimalerweise lassen sie das Schneidebrett über Nacht trocknen. So mache ich es immer, damit es am nächsten Tag wieder einsatzbereit ist.

Beim Leinöl dauert das Trocknen etwas länger. Dies kann zwischen 8-24 Stunden dauern.

Um festzustellen ob das Öl vollständig getrocknet ist, können sie mit der Hand drüber gehen. Das Holz sollte sich nicht feucht, ölig oder klebrig anfühlen, sondern wie trockenes Holz.

Achtung

Ein mit Leinöl getränkter Pinsel sollte mit einem Lösungsmittel wie beispielsweise Terpentin gereinigt werden, da der Pinsel sonst extrem hart wird. 

Obwohl ich es hätte besser machen können, lässt sich da Ergebnis sehen. Insgesamt habe ich ca. 90% der Schnittspuren weggeschliffen und das Holz hat wieder eine satte, goldene Farbe.

Auf einen Blcik

  1. Die Oberfläche mit grobem Schleifpapier abschleifen.
  2. Die Oberfläche mit feinem Schleifpapier abschleifen.
  3. Das Schneidebrett mit einem der genannten Öle einölen.
  4. Warten bis das Öl eingezogen ist und das Holz erneut einölen, bis das Schneidebrett mit Öl gesättigt ist.
  5. Das Schneidebrett mit einem Tuch trocken wischen.
  6. Das frisch eingeölte Schneidebrett mehrere Stunden trocknen lassen.

Wie häufig sollte das Schneidebrett eingeölt werden?

Da das getrocknete Leinöl das Holz sehr gut imprägniert, versiegelt, vor Feuchtigkeit schützt und eine wasserabweisende Schicht bildet, reicht es vollkommen aus, wenn es alle paar Monate geölt wird. Bei meinem Hirnholz Schneidebrett reicht es aus, wenn ich es 1x jährlich einöle, ohne dass das Holz darunter leidet.

Die Schutzschicht von Mineralöl und Wachs hält leider nicht so lange. Anfangs kann es sein, dass man das Holz wöchentlich einölen muss und später, wenn das Holz gesättigt ist, nur noch 1x pro Monat.

Dies sind allerdings nur grobe Faustregeln. Am besten man fühlt, wie sich das Holz anfühlt und sobald es sich nicht mehr glatt anfühlt, sondern anfängt spröde und trocken werden, wird es Zeit, um das Schneidebrett erneut einzuölen.

Ich hoffe ich konnte ihnen mit dieser Anleitung weiterhelfen. 

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