Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on pinterest
Share on email

Teil 3: Eisenpfannen einbrennen – Einfach, ohne viel Rauch + Bilder

eisenpfanne einbrennen

Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie Pfannen schnell, einfach und vor allem richtig eingebrannt werden. Dabei gehe ich auf viele Details ein, die in anderen Anleitungen nicht erwähnt werden, aber wichtig für das korrekte Einbrennen sind. Werden alle Punkte in dieser Anleitung eingehalten, erhalten Sie eine schöne, glatte, gleichmäßige und widerstandsfähige Patina, die nirgendwo klebt.

In diesem Artikel gehe ich lediglich auf das Einbrennen der Pfanne selbst ein. Ich habe jedoch eine Reihe mit mehreren Teilen geschrieben, wo alle wichtigen Sachen zum Thema Eisen- und Stahlpfannen erklärt werden, beispielsweise warum Stahlpfannen überhaupt eingebrannt werden sollten und welche Vorteile das Einbrennen hat. Im ersten Teil Einbrennen erklärt, erkläre ich nochmal ausführlich den Sinn vom Einbrennen.

Welche Pfannen sollten eingebrannt werden?

Es sollten alle Pfannen eingebrannt werden die rosten können. Dazu zählen Eisenpfannen, Stahlpfannen, Gusseiserne Pfannen, Schmiedeeiserne Pfannen, Pfannen aus Carbon- bzw. Kohlenstoffstahl und auch Woks.

Wie sollten Stahlpfannen eingebrannt werden?

Stahlpfannen sollten beim ersten Mal am besten im Backofen eingebrannt werden. So kann die Pfanne rundum eingebrannt werden und ist von innen, als auch von außen nicht mehr ganz so anfällig gegen Rost. Bei falscher Handhabung (Feuchtigkeit ausgesetzt) werden Stahlpfannen natürlich dennoch anfangen zu rosten.

Ist die Pfanne bereits ein Mal vollständig im Backofen eingebrannt worden, kann sie bei Bedarf zusätzlich auch noch auf dem Herd eingebrannt werden. In meinem Artikel Pfannen richtig auf dem Herd einbrennen, erkläre ich nochmal ausführlich, worauf Sie beim Herd achten müssen und gehe auch auf die Unterschiede zwischen Gas-, Elektro- und Induktionsherden ein.

Eisenpfannen im Backofen oder im Grill einbrennen

Auf einen Blick
  • Pfanne reinigen bzw. Patina entfernen
  • Pfanne kurz erwärmen
  • Backofen/Grill auf 250°C vorheizen
  • Die warme Pfanne mit einem Tuch oder einem Stück Küchenrolle einölen
  • Nun die eingeölte Pfanne so gründlich wie möglich mit einem frischen Tuch abwischen
  • Pfanne für ca. 1 Std. in den vorgeheizten Backofen bei 250°C
  • (optional) Pfanne nach 10 min. herausnehmen und nochmals gründlich mit einem Tuch abwischen und zurück in den Backofen geben.
  • Den Backofen nach 1 Std. ausschalten und die Pfanne am besten bei geschlossener Backofentür Tür abkühlen lassen 

Schritt 1: Pfanne reinigen und/oder Patina entfernen

Neue Eisenpfannen sind in der Regel mit Öl oder Wachs beschichtet und schützen die Pfannen vor Feuchtigkeit und Rost. Diese Beschichtung lässt sich etwas schwerer entfernen und sollte gründlich mit heißem Wasser, Spülmittel und einem Schwamm gereinigt werden.

Bei gebrauchten Pfannen, die bereits eine Patina haben, muss die Patina zunächst entfernt werden, damit sie neu eingebrannt werden können. Die Entfernung der alten Patina kann sehr mühsam und zeitintensiv sein.

Muss die alte Patina entfernt werden, empfehle ich Ihnen meinen Artikel Eisenpfannen reinigen, Patina entfernen und/oder entrosten. Dort gehe ich ausführlich darauf ein, wie die Patina entfernt wird.

Schritt 2: Pfanne kurz erwärmen und Backofen vorheizen

  • Die Pfanne entweder kurz auf einem Herd oder im Backofen erwärmen. (z.b. 10-20 min bei 100°C im Backofen erwärmen)
  • Der Backofen kann bereits auf 250°C vorgeheizt werden, falls er noch nicht vorgeheizt wurde.

Das Erwärmen der Pfanne vor dem Auftragen des Öls ist aus 2 Gründen sinnvoll:

  • Frisch gereinigte Pfannen sind extrem anfällig gegen Rost und fangen oftmals schon beim Trocknen an zu rosten. Die Oberfläche von Eisenpfannen ist sehr porös mit vielen kleinen Zwischenräumen in denen sich Flüssigkeit befinden kann. Durch das Erhitzen verdunstet die Flüssigkeit aus den Zwischenräumen, wo man mit normalem Abtrocknen nicht herankommt.
  • Gleichzeitig dehnen sich Eisen- und Stahlpfannen bei Wärme aus und „öffnen ihre Poren“. Wird das Öl auf eine warme Pfanne aufgetragen, dehnt sich das Material aus und kann es besser in die Poren und Zwischenräume der Pfanne eindringen. Dadurch erhält man eine tiefere und widerstandsfähigere Patina.

Schritt 3: Pfanne einölen

  • Ca. 1 TL – 1 EL Öl mit einem Küchentuch oder einem Stück Stoff auf der warmen Pfanne verteilen.

Ölen Sie die Pfanne zuerst von innen ein. Zum Einölen reicht in der Regel 1 TL aus. Verteilen Sie das Öl so gründlich wie möglich, damit die Oberfläche vollständig mit einem Ölfilm bedeckt ist. Wischen Sie jegliches Öl mit einem Tuch ab, sodass es nirgendwo tropft. Wiederholen Sie den Vorgang auch beim äußeren Teil der Pfanne. 1 TL Öl auf der Pfanne verteilen und wischen Sie überschüssiges Öl wieder ab.

Verwenden Sie zum Einölen der Pfanne am besten ein Öl mit einem Rauchpunkt zwischen 200-230°C und einem ausreichendem Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Zum Einbrennen eigenen sich am besten Rapsöl, Traubenkernöl oder Sonnenblumenöl. Die raffinierten Varianten dieser Öle sind hierbei vorzuziehen. In meinem Artikel Welches Öl ist am besten? gehe ich auf verschiedene Öle und Fette ein und erkläre, weshalb sich bestimmte Öl besser eignen als andere.

Leinöl empfehle ich nicht zum Einbrennen von Stahlpfannen, da die Nachteile deutlich überwiegen. In meinem Artikel 8 Gründe wieso Leinöl nicht zum Einbrennen geeignet ist, gehe ich nochmal ausführlich darauf ein.

Anmerkung zum Griff

Ist der Griff aus demselben Material wie der Rest der Pfanne, dann muss er ebenfalls eingeölt werden. Eisenpfannen, Gusseiserne und Schmiedeeiserne Pfannen müssen in der Regel vollständig eingeölt werden, inklusive Griff.

Ist der Griff aus einem anderen Material oder sieht anders aus als der Rest der Pfanne, sollte er nicht eingeölt werden. Pfannen aus Carbonstahl haben häufig einen beschichteten Griff oder einen aus Edelstahl. Diese Griffe sollten natürlich nicht eingeölt werden. Zudem sollten Griffe einigermaßen backofenfest sein, d.h. es dürfen sich keine schmelzende Objekte darauf befinden, wie z.B. Silikonaufkleber.

Pfannen mit Holzgriffen, wie es beispielsweise bei Woks der Fall ist, dürfen natürlich nicht im Backofen eingebrannt werden. Diese müssen auf dem Herd eingebrannt werden. Wie das geht, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel Pfannen richtig auf dem Herd einbrennen.

Schritt 4: Öl gründlich abwischen (Wichtig!)

  • Überschüssiges Öl gründlich mit einem frischen Küchentuch abwischen

Dieser Schritt wird oftmals vernachlässigt, ist aber wichtig, damit die Pfanne so sauber wie möglich eingebrannt wird. Man kann quasi nicht gründlich genug abwischen, da immer eine mikroskopisch dünne Ölschicht auf der Pfanne verbleibt. Denn nur eine dünne Ölschicht polymerisiert vollständig und hinterlässt eine glatte und sauber eingebrannte Patina.

Viele Anleitungen verwenden bzw. empfehlen zu viel Öl. Dadurch wird die Patina zu dick und somit uneben und kann im schlimmsten Fall sogar kleben, weil das Öl nicht vollständig und gleichmäßig polymerisiert ist.

Bild 1: Hier ist die Pfanne bereits eingeölt und abgewischt, der Ölfilm ist aber noch deutlich sichtbar. Würde die Pfanne so eingebrannt werden, würden sehr viele Schlieren entstehen, die Patina wäre uneben und würde unter Umständen auch kleben. Bild 2: Hier habe ich den Ölfilm mit einem frischen Küchentuch nochmal gründlich abgewischt. Der Ölfilm ist nicht mehr sichtbar. Bild 3: Hier habe ich etwas geschlampt und an den Rändern nicht gründlich genug abgewischt, sodass Schlieren entstanden sind. Diese haben zwar keinen Einfluss, weil sie nur am Rand vorhanden sind, es ist aber dennoch ärgerlich und sollte vermieden werden.

Schritt 5: Pfanne einbrennen

  • Pfanne für 1 Std. in den auf 250°C vorgeheizten Backofen oder in einen geschlossenen Grill.

Nachdem das Öl so gründlich wie möglich abgewischt wurde, kann die Eisenpfanne im Backofen oder im Grill eingebrannt werden. Beim Einbrennen ist es wichtig, dass die Temperatur über dem Rauchpunkt des verwendeten Öls liegt. Die meisten Öle haben einen Rauchpunkt der unter 250°C liegt.

Anmerkung für Pfannen mit beschichteten Griffen

Viele Pfannen besitzen beschichtete Griffe, die nicht für hohe Temperaturen im Backofen geeignet sind. Wird die Pfanne trotzdem im Backofen eingebrannt, besteht das Risiko, dass die Beschichtung des Griffs schmilzt und beschädigt wird. Der Griff kann dann nach dem Einbrennen rauer sein als zuvor.

In meinem Fall (DeBuyer Pfanne) habe ich die Pfanne trotz beschichteten Griffs im Backofen eingebrannt und konnte keine Veränderung am Griff feststellen. Ich habe den Backofen auf Umluft gestellt, da ich vermeiden wollte, dass sich die Hitze der Heizspiralen nur auf einen Punkt konzentriert. Ob es an der Umluft Einstellung lag oder ob ich einfach nur Glück hatte kann ich nicht sagen, jedenfalls kann die Einstellung Umluft nicht schaden.

Wer sichergehen will, dass der Griff ebenfalls backofenfest ist, sollte darauf achten, dass er nicht beschichtet ist und aus demselben Material besteht, wie der Rest der Pfanne. Ansonsten sind Eisenpfannen mit Edelstahlgriffen ebenfalls uneingeschränkt für Backöfen geeignet.

Anmerkung zur Rauchentwicklung

Ein Einbrennen ganz ohne Rauchentwicklung ist nicht möglich, da das Öl über den Rauchpunkt erhitzt werden muss. Dabei entsteht immer auch etwas Rauch. Allerdings ist es ein großer Unterschied, ob die Wohnung nach dem Einbrennen voller Rauch ist und tagelang danach stinkt oder ob der Geruch nach kurzem Lüften verschwindet.

Je weniger Öl auf einmal erhitzt wird, desto geringer die Rauchentwicklung. Daher sind alle Methoden bei denen viel Öl verwendet wird, nicht nur schlecht für eine gleichmäßige Patina, sondern auch unpraktisch und mit sehr viel Rauch verbunden.

Beim Einbrennen empfiehlt es sich immer gut durchzulüften, damit sich so viel Rauch, so schnell wie möglich verflüchtigt.

Schritt 6: Pfanne während des Einbrennens nochmals abwischen (optional)

  • Pfanne nach ca. 10 Min kurz (mit Handschuhen) aus dem Backofen nehmen und erneut mit einem Tuch abwischen.

Dieser Schritt muss nicht unbedingt durchgeführt werden, kann das Ergebnis allerdings verbessern. In einigen Fällen kann sich während des Einbrennens eine erneute Ölschicht auf der Pfanne bilden, wenn das Öl vor dem Einbrennen nicht gründlich genug entfernt wurde. Diese Öltropfen können auf der Oberfläche verharzen und sorgen dafür, dass die Oberfläche der Pfanne nicht ganz eben ist. Wird deutlich zu viel Öl auf der Pfanne gelassen, kann die Pfanne im Nachhinein sogar kleben.

Wenn das Ergebnis so gut wie möglich werden soll, empfehle ich diesen Schritt durchzuführen.

Schritt 7: Pfanne abkühlen lassen

  • Nach 1 Stunde den Ofen ausschalten und die Pfanne bei geschlossener Tür abkühlen lassen.

Nach 1 Stunde bei 250°C im Backofen, kann der Ofen ausgeschaltet werden und das Öl sollte nun vollständig polymerisiert sein. Beim Abkühlen ist es ratsam, die Pfanne im geschlossenen Backofen zu lassen, damit sie sich so langsam wie möglich abkühlt.

Das langsame Abkühlen im Backofen ist aus zwei verschiedenen Gründen wichtig:

  • Bestimmte Eisenpfannen können bei einem zu schnellen Temperaturabfall verziehen oder sogar springen. Dies trifft vor allem für schwere und dicke Eisenpfannen zu, die nicht aus einem Stück gegossen sind.
  • Bei Pfannen mit einem beschichteten Griff, kann die Beschichtung nach dem Einbrennen sehr weich sein, da sie nicht für so hohe Temperaturen über einen so langen Zeitraum geeignet ist. Wird die Pfanne nach dem Einbrennen im Backofen gelassen, kann Beschichtung ebenfalls abkühlen und wieder erhärten.

Ergebnis

Nach dem Einbrennen sollte die Pfanne nirgendwo kleben oder spürbare unebene Stellen aufweisen. Die Patina sollte glatt und plastikartig sein und somit gute Antihaft-Eigenschaften aufweisen. Falls die Patina uneben ist oder klebt, dann wurde vermutlich zu viel Öl verwendet, bzw. es wurde nicht gründlich genug abgewischt. Hat alles geklappt, dann Pfanne ist nun einsatzbereit und kann verwendet werden. Wer will, kann die Pfanne entweder nochmal im Backofen oder auf dem Herd einbrennen.

Einigen Menschen bevorzugen es Pfannen mehrere Male einzubrennen. Dies ist aber nicht zwingend notwendig.

Besser einmal richtig einbrennen, als mehrere Male falsch!

Wie oft sollten Pfannen eingebrannt werden? Meine Empfehlung

Im Grunde reicht es, die Pfanne einmal vollständig im Backofen einzubrennen und die Pfanne dann zu verwenden. Wer die Pfanne dennoch öfter einbrennen will, dem empfehle ich, die Pfanne 1-2 weitere Male auf dem Herd einzubrennen. Das Einbrennen auf dem Herd geht schneller und ist verbraucht nicht so viel Energie wie das Einbrennen im Backofen.

Durch häufigeres Einbrennen wird die Patina dicker und die Pfanne soll besser Antihaft-Eigenschaften aufweisen. Zu häufiges Einbrennen empfehle ich jedoch nicht, weil es unnötig, energie- und zeitintensiv ist.

Schreibe einen Kommentar