Adelmayer Messer Testbericht

adelmayer-messer-test-santoku-kuechenmesser-damastmesser-erfahrungen

In diesem Testbericht gibt es alle wichtigen Infos zu Adelmayer Damastmessern, wie sie sich im Vergleich zu europäischen und japanischen Messern schlagen und ob sich der Kauf dieser Messer lohnt.

Inhaltsverzeichnis

Die Firma Adelmayer war so nett und hat mir 2 ihrer Messer zum Testen zugeschickt. Ich habe das Adelmayer Santoku Damastmesser und das Adelmayer Chefmesser/Küchenmesser ausführlich getestet und unter die Lupe genommen.

Auch wenn ich die Messer zugeschickt bekommen habe, bewerte ich die Messer trotzdem objektiv, wie alle anderen Messer die ich getestet habe.

Produktdetails:

  • Stahl: VG-10
  • Härte: ~60 HRC
  • Klingenlängen: 20cm (Kochmesser), 17,5cm (Santoku)
  • Gewicht: 205g (Kochmesser), 200g (Santoku)
  • Schleifwinkel: ~20° (Kochmesser), ~15° (Santoku)
  • Griffmaterial: Holz (Walnussholz)
  • Geeignet für Rechts- & Linkshänder

Bewertung

KriterienBewertung / 10
Schärfe7,5 (sehr gute Alltagsschärfe)
Schneidfähigkeit8
Preis-Leistung6
Verarbeitung & Präsentation10
Handhabung/Griff8
Pflege (Einfachhheit)8
Bewertung als (europ.) Kochmesser8
Bewertung als japanisches Messer6,5-7
Erhältlich bei:Amazon, Adelmayer

Erster Eindruck/Qualität/Verarbeitung

adelmayer-messer-griff

Der erste Eindruck ist ausgesprochen positiv und ich finde vor allem die Präsentation gelungen. Die Messer kommen in einer edlen Holzbox und haben zusätzlich noch einen Klingenschutz aus Holz (jap. Saya), sodass die Messer theoretisch auch in der Schublade lagern können.

Die Verarbeitungsqualität der Messer ist ebenfalls einwandfrei und makellos.

Im Lieferumfang sind enthalten:

  • Das Messer
  • Eine edle Holzbox
  • Ein Klingenschutz (Saya)
  • Edelstahlseife (zum Entfernen von Gerüchen)
adelmayer-damastmesser-test-erfahrungen

Holzbox mit Magnetverschluß

Klingenschutz oder auch Saya genannt

Edelstahlseife

Auch wenn die Präsentation insgesamt gelungen ist, zahlt der Käufer am Ende für alles. Der Klingenschutz ist meiner Meinung nach sinnvoll, die Box muss nicht unbedingt sein und die Edelstahlseife ist meiner Meinung nach überflüssig.

Am Ende kommt es jedoch auf die individuellen Prioritäten an, wie ich weiter unten im Abschnitt „Preis-Leistung“ erkläre.

Schärfe

Die Out-Of-The-Box Schärfe der Messer ist zwar gut bzw. sehr gut, allerdings nicht überragend. Mit meinem Schärfemessgerät habe ich Werte von rund 190 (Kochmesser/Chefmesser) und 155 (Santoku) gemessen.

D.h. beide Messer sind praktisch rasiermesserscharf.

Kurze Erklärung zur Schärfemessung:

  • Eine eingebaute Waage misst den Druck, der beim Zerschneiden eines gespannten Fadens nötig ist.
  • Je weniger Druck benötigt wird, desto schärfer das Messer
  • D.h. je niedriger der Wert, desto besser
  • Alles unter 200 gilt als rasiermesserscharf
adelmayer-messer-damastmesser-erfahrungen-schaerfe
Gemessene Schärfe Kochmesser: 195
adelmayer messer damastmesser santoku erfahrungen
Gemessene Schärfe Santoku: 155

Schleifwinkel/Schliff

Obwohl die gemessene Schärfe recht gut ist, fühlten sich die Messer nicht ganz so scharf, wie beispielsweise japanische Messer an. Dies kann unter Umständen am Schleifwinkel liegen, der mit ca. 20° (Kochmesser) und 17° (Santoku) relativ breit ist.

(Der Schleifwinkel ist auf den Fotos an den äußeren Laserpunkten erkennbar)

adelmayer messer schleifwinkel kuechenmesser
Schleifwinkel Kochmesser: ~20°
adelmayer messer damastmesser santoku schleifwinkel
Schleifwinkel Santoku: ~17°

Auch wenn der Schleifwinkel etwas breiter ist, als für diese Art von Messern üblich ist, bleiben sie aufgrund des breiteren Schleifwinkels vermutlich etwas länger scharf.

Ob das in der Praxis auch zutrifft, habe ich jedoch noch nicht getestet.

Schneidfähigkeit

Als Schneidfähigkeit bezeichnet man die Fähigkeit eines Messers durch das Schneidgut zu schneiden, unabhängig von der Schärfe des Messers. Dabei spielen Faktoren wie Klingengeometrie, Dicke der Klinge etc. eine entscheidende Rolle, die Schärfe spielt jedoch ebenfalls eine Rolle.

Die Schneidfähigkeit beider Messer hat mich positiv überrascht. Beide von mir getesteten Adelmayer Messer schneiden besser als europäische Kochmesser (als z.B. Zwilling, Wüsthof Messer usw.), schneiden aber schlechter als japanische Messer.

Somit sind Adelmayer Messer eine Art „Zwischending“ aus europäischen und japanischen Messern.

Preis-Leistung

Die Preis-Leistung ist meiner Meinung nach das größte Manko an Adelmayer Messern. Die Schneidperformance ist zwar durchaus gut und besser als die von europäischen Messern, dafür sind Adelmayer Messer auch teilweise mehr als doppelt so teuer, wie beispielsweise deutsche Messer.

Dafür bekommt man gleichzeitig ausgesprochen hochwertig verarbeitete Messer mit guter Präsentation.

D.h. am Ende kommt es auf die individuellen Prioritäten an. Wer bei einem Messer aus die Preis-Leistung achtet, sollte lieber zu einem anderen Messer greifen.

Wer mehr Wert auf Optik & Präsentation legt und dann können Adelmayer Messer eine gute Wahl sein.

Für wen sind Adelmayer Messer geeignet?

  • Hobbyköche
  • Frauen
  • Als Geschenk

Adelmayer Messer sind vermutlich am ehesten für Hobbyköchinnen & Hobbyköche geeignet, da Profis in der Regel andere Messer verwenden.

Aufgrund des relativ leichten Gewichts, sind Adelmayer Messer deutlich besser für Frauen geeignet, die sich mit herkömmlichen Kochmessern aufgrund des Gewichts schwertun.

Zudem sind Adelmayer Messer aufgrund der Präsentation sehr gut als Geschenk geeignet.

Häufige Fragen

Wo werden Adelmayer Messer hergestellt?

Leider konnte ich zur Herkunft nicht viel finden, allerdings werden Adelmayer Messer vermutlich im asiatischen Raum und höchstwahrscheinlich in China hergestellt. Dies ist nicht unbedingt als negativ anzusehen, da aus China mittlerweile immer häufiger gute Messer kommen. Solange der Hersteller oder der Produzent eine gute Qualität gewährleisten, ist dies meiner Meinung nach kein Problem.

Sind Adelmayer Messer aus Damast?

Adelmayer Messer sind nicht aus Volldamast, da dieser deutlich aufwendiger & teurer in der Herstellung sind und (hochwertige) Messer aus Volldamast mindestens mehrere hundert Euro kosten.

Adelmayer Messer sind aus sogenanntem Damast Laminat, d.h. diese Messer haben außen auf jeder Seite 33 Lagen gefalteten Stahl und innen ist ein Stahlkern aus VG-10 Stahl. (Japanischer VG-10 Stahl ist durchaus hochwertig, chinesischer VG-10 reicht derzeit in der Regel noch nicht an japanischen VG-10 Stahl heran.)

D.h. Messer aus Damast Laminat sind ebenfalls aufwendiger in der Produktion und somit teurer, haben aber bis auf die schönere Optik, keine sonstigen Vorteile.

Wie sollen Adelmayer Messer am besten geschärft werden?

Keramik Wetzstäbe oder hochwertige Wetzstähle sind vermutlich am einfachsten bzw. am besten geeignet.

Ansonsten sind herkömmliche Schleifsteine (am besten mit einer groben & feinen Seite) ebenfalls gut geeignet.

Aufgrund der unterschiedlichen Schleifwinkel, ist es schwer einen geeigneten Messerschärfer zu empfehlen.

Für das Santoku kann beispielsweise der Zwilling V-Edge Messerschärfer oder der DMT Simple Sharp gut geeignet sein.

Zusammenfassung

Ich wusste vor dem Test nicht, was mich erwartet und bin von beiden Adelmayer Messern insgesamt positiv überrascht. Das Santoku, als auch das Kochmesser, sind von der Schneidperformance ziemlich ähnlich, wobei das Santoku vermutlich leicht besser schneidet.

Die von mir getesteten Adelmayer Messer liegen von der Schneidperformance ziemlich genau zwischen europäischen/deutschen & japanischen Messern.

Von der Optik & Präsentation sind Adelmayer ausgezeichnet, allerdings ist die Preis-Leistung dadurch nicht optimal. Adelmayer Messer sind teilweise deutlich teurer als deutsche Kochmesser und in etwa genauso teuer, wie viele hochwertige japanische Messer.

Wer die Optik ansprechend findet und wenn das Budget keine Rolle spielt, dann können Adelmayer eine gute Wahl sein. Zudem sind sie aufgrund der Präsentation eine gute Geschenkidee.

Adelmayer Messer können entweder bei Amazon gekauft werden oder direkt auf der Webseite von Adelmayer.

Dominic
Dominic

Seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Hobbykoch, Messerliebhaber und der Autor hinter Messer Mojo.

Schreibe einen Kommentar