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Herder Santoku Erfahrungsbericht – Deshalb habe ich es gekauft

herder santoku

In diesem Testbericht erfahren sie welche Erfahrungen ich mit dem Herder Santoku gemacht habe, was ich von diesem Messer nach mehreren Jahren Benutzung halte und weshalb Windmühlenmesser etwas besonders sind.

Kurzer Disclaimer

Ich versuche in regelmäßigen Abständen objektive Tests bzw. Erfahrungsberichte von hochwertigen Produkten zu verfassen, von denen ich überzeugt bin und die in Messerkreisen einen guten Ruf besitzen.

Falls sie diesen Erfahrungsbericht hilfreich finden, würde ich mich freuen wenn sie als kleines Dankeschön, dieses oder ein anderes Produkt, über meine Links bei Amazon kaufen.

Dies hilft mir die Käufe zu finanzieren und motiviert mich, weiterhin guten Content zu erstellen.

Zurück zu den Anfängen

Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal nach geeigneten Messern gesucht habe und noch keine Ahnung davon hatte welche Messer gut oder schlecht sind, habe ich mir Rat in einem Messerforum geholt. Mir wurden alle möglichen Messer empfohlen. Darunter auch des Öfteren die Windmühlenmesser von Herder. Als ich mich für das Herder Santoku entschieden habe, musste ich mich nur noch dafür entscheiden, welchen Stahl ich kaufe. Denn das Herder Santoku gibt es beispielsweise auf Amazon einmal als rostfreie Version und einmal aus Carbonstahl. Da ich damals nicht genau wusste welche was Carbonmesser überhaupt sind und welche Vor- und Nachteile sie haben, musste ich mich zu diesem Thema ebenfalls informieren.

Wer sich ebenfalls für die Unterschiede zwischen rostfreien und rostenden Messern interessiert, kann sich diesen ausführlichen Artikel zu dem Thema durchlesen.

Nachdem ich mich dann gründlich zum Thema belesen habe, war für mich klar, dass ich mir das Herder Santoku aus Carbonstahl kaufe.

Mittlerweile sind seitdem 5 Jahre vergangen und ich bereue den Kauf in keiner Weise und würde dieses Messer jeder Zeit nochmal kaufen.

Schärfe

Die Schärfe ist beim Messer einer der wichtigsten Aspekte. Hier überzeugt das Herder Santoku auf voller Linie. Ich behaupte mal, dass es für rund 50 € kein schärferes Messer gibt, als das Herder Santoku aus Carbonstahl. Es meistert jegliches Schnittgut mit Leichtigkeit. Lediglich bei harten großen Gemüsesorten wie Kürbis oder großen Süßkartoffeln schwächelt es leicht. Durch alle anderen Lebensmittel gleitet das Herder Santoku, wenn es frisch geschliffen ist, wie durch Butter.

Stahl und Schliff

Zum einen ist das Herder Santoku aufgrund des Carbonstahls so scharf, zum anderen wendet Herder, als einer der wenigen Messerhersteller, den Solinger Dünnschliff an.

Der Solinger Dünnschliff, ähnlich dem japanischem V-Schliff, ist eine spezielle Art des Messerschliffs bei dem die Messer sehr dünn ausgeschliffen werden. Da der Solinger Dünnschliff nur per Hand ausgeschliffen werden kann, haben ihn die meisten großen deutschen Hersteller verworfen und nutzen heutzutage nur noch den Industrieschliff.

D.h. Windmühlenmesser gehören vor allen durch die Kombination des Solinger Dünnschliffs und des härterem Carbonstahl zu den schärfsten Messern in Deutschland.

Daher gebe ich für die Schärfe 9/10 Punkten.

Schnitthaltigkeit

Die Schnitthaltigkeit ist beim Herder Santoku ebenfalls überragend. Dabei spielt der Herder Dünnschliff, so wie der relativ harte Carbonstahl eine wichtige Rolle. Je dünner die Klinge, desto schärfer und wird das Messer und desto länger bleibt es scharf. Der härtere Carbonstahl verlängert die Schnitthaltigkeit ebenfalls.

Für die Schnitthaltigkeit vergebe ich 9/10 Punkten.

Griff, Aussehen und Verarbeitung

Hier gewinnt das Herder Santoku keinen Schönheitspreis. Das Aussehen ist sehr einfach und erinnert etwas an die Küchenmesser der Großeltern, was natürlich nicht unbedingt etwas negatives ist. Die Verarbeitung ist zwar im Großen und Ganzen nicht schlecht, aber sie könnte etwas besser sein.

Der Griff besteht aus Kirschbaumholz und liegt gut in der Hand. Ich habe allerdings etwas an der Verarbeitung des Griffs auszusetzen. Er hätte nämlich an einer Stelle besser zugeschnitten sein können. Beim restlichen Messer habe ich nichts auszusetzen.

Alles in allem sind es keine großen Mängel und nichts was die Qualität des Messers beeinträchtigt. Außerdem darf man bei dem Preis nicht meckern.

Ich schätze Herder versucht die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten ohne dabei die Qualität des Messers zu mindern. Das geht am besten in dem am Griff und den Arbeitsschritten gespart. Wer besonderen Wert auf die Verarbeitung legt, kann sich das Herder Lignum 3 beispielsweise auf Amazon kaufen. Dieses ist ebenfalls sehr scharf, aber deutlich besser verarbeitet und der Holzgriff besteht aus teurerem Holz.

Alles in allem vergebe ich für den Griff, das Aussehen und die Verarbeitung 7/10 Punkten.

Meine ersten Versuche zu ätzen

Ich habe damals versucht die Klinge des Messers zu verätzen. Ich habe mich fürs verätzen entschieden, da eine Ätzung tiefer geht und länger halten soll. Wird die Klinge nur geschwärzt, kann die Patina dort wo sie mit Lebensmitteln in Kontakt kommt ziemlich schnell wieder abgehen.

Leider gab es damals kaum hilfreiche Infos zu dem Thema, weshalb ich in einem Messerforum nach Rat gefragt habe. Dort wurde mir empfohlen mit Salzsäure zu ätzen, ohne genauere Details zu erwähnen. Wie man sehen kann gelang die Ätzung nicht sonderlich gut.

Wer sein Messer schwärzen oder verätzen will, kann sich diesen ausführlichen Artikel durchlesen. Dort habe ich alle möglichen Methoden inkl. Anleitung aufgeführt.

Preis- Leistung

Bei der Preis- Leistung vergebe ich ohne Frage 10/10 Punkten. Das Messer mag zwar nicht so schön sein wie andere Küchenmesser, dafür schneidet es nicht nur gut, sondern überragend. Besonders für den Preis. Es kann ohne weiteres mit deutlich teureren Messern mithalten.

Gesamtbewertung

Das Herder Santoku gehört zu den schärfsten Messern für unter 100 Euro, egal ob die Variante aus Carbonstahl oder die Edelstahlvariante. Beide können von der Leistung mit deutlich teureren Messern mithalten. Zwar schwächelt das Herder Santoku etwas beim Aussehen und der Verarbeitung, allerdings beeinflusst dies nicht großartig meine Gesamtbewertung.

Alles in allem vergebe ich 9/10 Punkten. 

Herder Santoku Carbon oder rostfrei?

Bei den jeweiligen Varianten gibt es kleine Unterschiede. Aufgrund der unterschiedlichen Stahlsorten wird das Carbonmesser etwas schärfer, hält die Schärfe etwas länger und ist einfacher zu schleifen. Aber das rostfreie Santoku ist trotzdem extrem scharf und schärfer als die meisten Edelstahlmesser in dieser Preisklasse.

Die Edelstahlvariante sieht außerdem auch noch nach Jahren aus wie neu und ist, wie der Name schon sagt, „rostfrei“ bzw. nicht so anfällig gegen Rost.

Wer sich genauer zu den Unterschieden zwischen Carbon- und Edelstahl informieren will, kann sich diesen ausführlichen Artikel durchlesen.

Für wen eignet sich das Herder Santoku?

Für Carbon Neulinge

Das Herder Santoku ist das perfekte Messer für Menschen, die ihr erstes Carbonmesser kaufen wollen. Es ist günstig, extrem scharf und eignet sich sehr gut zum Verbessern die Schleiffähigkeiten. Nach kurzer Zeit werden sie merken, ob Carbonstahl das Richtige für einen ist oder nicht.

Wenn sie mit Carbonstahl nicht zurechtkommen, können sie es entweder verkaufen, verschenken oder wenn sie es behalten, haben wenigstens nicht allzu viel Geld ausgegeben.

Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass Carbonstahl sehr einfach zu pflegen ist, so lange es sofort abgetrocknet wird. Es hat bei mir noch kein einziges mal angefangen zu rosten und verleiht den Lebensmitteln auch keinen metallischen Geschmack.

Schärfstes Messer für rund 50 Euro

Wer bedingungslose Schärfe für wenig Geld haben will und dem das Aussehen egal ist, für den ist das Herder Santoku genau richtig. Kein Schnick Schnack, keine Verzierungen, sondern einfach nur rasiermesserscharf.

Für wen ist das Herder Santoku nicht geeignet?

Auch wenn Windmühlenmesser zu den schärfsten Messern in Deutschland gehören, sind sie aufgrund des Holzgriffes bzw. des nicht imprägnierten Holzes nicht so gut für professionelle Großküchen geeignet.

Wer seine Messer gerne mal in der Spüle liegen lässt oder sie nach der Benutzung nicht sofort abwischt, der sollte entweder die Edelstahlvariante kaufen oder ein anderes Messer kaufen.

Was sonst noch für Herdermesser spricht

Das hier ist nur meine persönliche Meinung und hat nichts mehr mit dem Test an sich zu tun.

Ich rechne es Herder hoch an, dass sie als Traditionsunternehmen ihren Wurzeln treu bleiben, ihre Messer weiterhin per Hand schleifen und auch größtenteils traditionelle Holzgriffe verwenden. Sie hätten als Unternehmen vermutlich deutlich größer sein und mehr Geld machen können, wenn sie vor einigen Jahrzehnten auf maschinelles Schleifen und Plastikgriffe umgestiegen wären.

Sie haben dies allerdings nicht getan, da sie die Philosophie verfolgen, die schärfsten Messer in Deutschland herzustellen. Da dies mit Maschinen nicht möglich ist, sind sie deshalb dem Handschliff treu geblieben.

Leider gibt es heutzutage viel zu wenige Unternehmen, die ihren Firmenphilosophie treu bleiben und nicht ausschließlich auf den Gewinn achten. Ich finde allein aus diesem Grund sollten Unternehmen wie die Firma Herder unterstützt werden. Ich werde definitiv irgendwann noch ein Windmühlenmesser kaufen und auch hoffentlich einen Artikel dazu schreiben.

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