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Zwilling V-Edge Messerschärfer Test – Geniales Gesamtpaket

zwilling v edge messerschaerfer test

In diesem ausführlichen Testbericht gibt es alle Infos zum V-Edge Messerschärfer, warum er meiner Meinung nach einer der besten Messerschärfer auf dem Markt ist, was ihn so besonders macht und für wen er sich lohnt.

Inhaltsverzeichnis

Ich bin jemand der scharfe Messer liebt, aber nicht viel Zeit ins Schärfen bzw. Schleifen investieren möchte. Daher bin ich stets auf der Suche nach hochwertigen und schnellen Methoden, um Messer zu schärfen. Die meisten herkömmlichen manuellen Durchzieh Messerschärfer beschädigen die Klinge und richten auf Dauer mehr Schaden an. Deshalb sind sie keine Option für mich.

Als ich den Zwilling V-Edge Messerschärfer entdeckt habe, hat er mein Interesse geweckt, weil er aufgrund der Funktionsweise vielversprechend aussah. Also habe ich ihn gekauft, getestet und gebe hier meine Erfahrungen wieder.

Produktdetails

  • Art: V-förmiger manueller Messerschärfer zum Durchziehen
  • Material: Plastikgehäuse, Keramik Schleifleisten
  • Maße: 20 cm x 20 cm x 7,5 cm (Höhe x Breite x Tiefe)
  • Körnungen: Grob (F 150/J 240), Fein (F 360/J 700), Sehr fein (F 1000/J 3000)
  • (Grob & Fein im Lieferumfang enthalten, sehr fein separat erhältlich)
  • Schliffbild: Grob bis fein
  • Winkel: 15° für europäische Küchenmesser & 10° für japanische Küchenmesser

Bewertung

KriterienBewertung
Erreichbare Schärfe7,5 (mittelfeine Schleifleisten), 8,5 (feine Schleifleisten)
Schliffbild/Feinheit8 (gröber/feiner, je nach Körnung)
Preis-Leistung9,5
Qualität Gehäuse8 (Verarbeitung gut, Plastikgehäuse etwas weich)
Verarbeitung Keramikstäbe9
Bedienbarkeit & Einfachheit10
Haltbarkeit & Verschleiß der Keramikstäbe10 (sehr gering, d.h. sie halten ewig)
Gesamtergebnis9

Den V-Edge Messerschärfer gibt es immer recht preiswert bei Amazon oder im Zwilling Online Shop

Ersatzteile und die empfehlenswerten weißen (sehr feinen) Keramikstäbe gibt es nur im Zwilling Online Shop

Verarbeitung/Qualität

Die Verarbeitung des Zwilling v-Edge Messerschärfer ist definitiv gut. Ich konnte nirgendwo Fehler oder Makel feststellen und die Keramikstäbe sind ebenfalls einwandfrei verarbeitet.

Einziger Wehrmutstropfen – Das Plastikgehäuse und die Winkelhalter wurden aus relativ weichem Plastik hergestellt. Dadurch werden mit der Zeit am Gehäuse Schnittspuren entstehen, da das Messer beim schärfen auch mal aus Versehen auf die Winkelhalter oder das Gehäuse treffen wird.

Schärfergebnis

zwilling v edge grob2

Edelstahl, grobe Körnung (F 150 / J 240)

Carbonstahl, grobe Körnung (F150 / J 240)

Grob – Die groben blauen Schärfstäbe besitzen eine F 150er Körnung, was in etwa einer 240er japanischen Körnung entspricht. Diese Schärfstäbe eignen sich am besten für mittelstupfe und stumpfe Messer. Das Schliffbild ist recht grob und die Schneide wird deutlich aufgeraut, daher eignet sich die grobe Körnung am besten als eine Art Grundschliff. Papier kann man danach noch nicht schneiden.

zwilling v edge mittel2

Edelstahl, mittelfeine Körnung (F 360 / J 700)

Carbonstahl, mittelfeine Körnung (F 360 / J 700)

Mittelfein – Die grünen mittelfeinen Keramik-Schärfstäbe besitzen eine F 360er Körnung, was ca. einer japanischen J 700er Körnung entspricht. Mit diesen Schärfstäben werden Unebenheiten der groben Schärfstäbe bereits merkbar geglättet und das Schliffbild wird deutlich feiner. Danach ist die Schneide bereits scharf genug, um Papier oder beispielsweise Tomaten zu schneiden.

zwilling v edge fein2

Edelstahl, feine Körnung (F 1000 / J 3000)

Carbonstahl, feine Körnung (F 1000 / J 3000)

Sehr fein – Die weißen Schärfstäbe besitzen eine F 1000er Körnung, was ca. einer japanischen J 3000er Körnung entspricht. Die sehr feinen Schleifleisten sind nicht im Lieferumfang des V-Edge enthalten, weshalb ich sie erst später habe testen können.

Sie sind nochmal deutlich feiner als die mittelfeinen grünen Keramikstäbe und die Schneide ist danach deutlich bissiger & glatter.

Lohnt sich der Kauf der sehr feinen Keramik Schleifleisten?

Meiner Meinung nach lohnt sich der Kauf feinen weißen Schleifleisten, allerdings sind die feinen Schleifleisten nicht zwingend notwendig. Wer keine besonderen Messer besitzt, die aus relativ weichem Stahl (55-56 HRC) bestehen, würde ich die Schleifleisten nicht unbedingt empfehlen.

Für hochwertigere Messer und vor allem für japanische Messer aus härterem Stahl, sind sie jedoch sinnvoll. Hier würde ich die weißen Keramikstäbe definitiv empfehlen.

Handhabung

Die Handhabung ist insgesamt ziemlich einfach. Stumpfe Messer werden zunächst mehrere Male durch die groben Keramik-Schleifleisten gezogen, danach werden die mittelfeinen Schleifleisten reingetan und das Messer wird erneut mehrere Male durch die feinen Schleifleisten gezogen. Insgesamt geht das Wechseln der Schleifleisten sehr schnell & einfach, auch wenn die Winkelhalter beim Wechseln ab und zu gehakt haben.

Weiter unten erkläre ich dann genau, wie die Messer mit dem V-Edge richtig geschärft werden sollten.

Haltbarkeit

Keramik ist deutlich härter als Stahl, daher dauert es (bei richtiger Anwendung) ewig, bis die Schleifleisten verschleißen. Zudem sind die Schleifleisten viereckig, d.h. jede Schleifleiste besitzt 4 Seiten, sodass jede Seite unabhängig vom Verschleiß der anderen Seiten benutzt werden kann. Laut Zwilling sollen die Keramikstäbe bis zu 100.000 mal verwendet werden können, was durchaus vorstellbar ist.

Falls die Keramikleisten doch irgendwann mal verschleißen oder kaputtgehen sollten, können sie bei Zwilling nachbestellt werden.

Es ist wahrscheinlicher, dass ein Keramikstab herunterfällt oder kaputt geht, als dass er verschleißt.

Wie häufig sollte der V-Edge verwendet werden?

Der Zwilling V-Edge ist eine Art Keramik-Wetzstab, mit einem recht geringen Abtrag.

  • Die mittelfeinen grünen Schleifleisten sollten zur Erhaltung der Schärfe regelmäßig bzw. mehrmals wöchentlich verwendet werden.
  • Wer die feinen weißen Keramikstäbe besitzt, kann diese ebenfalls regelmäßig im Anschluss an die grünen Schleifleisten verwenden
  • Die groben blauen Schleifsteine sollten hingegen seltener verwendet werden und nur, wenn die grünen Stäbe nichts mehr bringen.

Besonderheiten des V-Edge Messerschärfers

Unterschiedliche Winkelhalter für japanische und europäische Messer

v edge messerschaerfer fuer japanische messer test

Eine Besonderheit des Zwilling V-Edge sind die austauschbaren Winkelhalter. Die Winkelhalter mit der Bezeichnung „A“ besitzen einen Schleifwinkel von jeweils 15° (Schneidenwinkel = 30°) und sind für die meisten europäischen Küchenmesser geeignet.

Die Winkelhalter mit der Bezeichnung „B“ besitzen einen Schleifwinkel von jeweils 10° (Schneidenwinkel = 20°) und sind speziell für symmetrisch geschliffene japanische Messer gedacht.

Diese beiden Schleifwinkel decken bereits den Großteil aller gängigen Küchenmesser ab und man kann damit praktisch alle gängigen Messer von Zwilling und anderer namhafter Hersteller schärfen.

Hinweis – Die Winkelhalter sollten nicht gemischt und z.B. „A“ und „B“ gleichzeitig verwendet werden, sondern immer beide Seiten „A“ oder beiden Seiten „B“.

Unterschiedliche Körnungen + Ersatzteile

Bei den meisten herkömmlichen Messerschärfer gibt es entweder gar keine unterschiedlichen Körnungen oder man kann diese nicht Austauschen. Beim Zwilling V-Edge hat man nicht nur die Möglichkeit unterschiedliche Körnungen von grob bis fein zu verwenden, man kann die Schleifleisten außerdem austauschen und ggf. bei Bedarf Ersatz-Leisten kaufen, falls diese mal kaputtgehen sollten.

Hier haben die Ingenieure von Zwilling gute Arbeit geleistet, da sowas bei den meisten Messerschärfern nicht selbstverständlich ist.

Gute Schärfergebnisse und keine Beschädigung der Schneide

Die meisten herkömmlichen Durchzieh-Messerschärfer rauen die Schneide nur auf und verstärken die Unebenheiten auf Dauer nur. Dadurch wird die Schneide nie wirklich glatt und man „sägt“ das Schneidgut irgendwann mehr, als dass es schneidet. 

Der Zwilling V-Edge Messerschärfer leistet insgesamt eine ziemlich gute Arbeit und beschädigt die Schneide nicht, wie die meisten herkömmlichen Messerschärfer.

Leider ist das Problem bei den meisten herkömmlichen Messerschärfern so weit verbreitet, dass ich es beim Zwilling V-Edge als Besonderheit aufzählen muss.

Größe

Verglichen mit anderen Messerschärfern ist das Gehäuse relativ groß. Die Maße sind ca. Höhe=20 cm, Breite=20 cm, Tiefe=7,5 cm. Manche Nutzer bemängeln, dass der V-Edge zu groß ist und der Großteil des Gehäuses leer ist.

Allerdings ist die Höhe notwendig, damit längere Messer problemlos geschärft werden können. Damit der V-Edge Messerschärfer sicher steht und beim Durchziehen nicht wackelt oder umkippt, benötigt er eine gewisse Breit und Tiefe.

Welche Messer können mit dem Zwilling V-Edge geschärft werden?

zwilling v edge test erfahrungen bester messerschaerfer fuer kuechenmesser
  • Alle europäischen Küchenmesser mit einem Schleifwinkel von 15° (z.B. Kochmesser)
  • Alle japanischen Küchenmesser mit einem Schleifwinkel von 10° (z.B. Santokumesser, Nakiris, Gyutos)
  • Messer aus Edelstahl
  • Messer aus Carbonstahl
  • Damastmesser
  • Harte Messer (62+ HRC)
  • Sowohl für lange, als auch für kurze Messer geeignet.

Der Zwilling V-Edge Messerschärfer ist NICHT geeignet für:

  • Einseitig & asymmetrisch geschliffene Messer
  • Messer mit Wellenschliff
  • Sägemesser wie z.B. Tomatenmesser oder Käsemesser
  • Keramikmesser

Anleitung

  • Zuerst sollte man wissen, welchen Schleifwinkel das Messer hat. Europäische Küchenmesser namhafter Hersteller haben in der Regel einen Schleifwinkel von 15°, d.h. hier wird der Winkelhalter „A“ verwendet. Japanische Küchenmesser haben in der Regel einen Schleifwinkel von 10°, d.h. hier wird der Winkelhalter „B“ verwendet.

Santokus & Nakiris haben meistens einen Schleifwinkel von 10°, auch wenn sie von europäischen Herstellern wie z.B. Zwilling oder Wüsthof sind.

  • Danach sollte festgestellt werden, wie stumpf bzw. wie scharf ein Messer ist. Für stumpfe Messer sollten zunächst die groben, blauen Schleifleisten verwendet werden. Für neue oder noch einigermaßen scharfe Messer, reichen die mittelfeinen grünen Schleifleisten aus.
  • Das Messer mit den entsprechenden Winkelhaltern & Schleifleisten mehrere Male waagerecht durch den V-Edge Messerschärfer durchgezogen werden. Je stumpfer das Messer, desto mehr Wiederholungen sind notwendig. Danach werden die groben gegen die feineren Schleifleisten ausgewechselt und das Messer muss erneut mehrere Male durchgezogen werden.
  • Stumpfe Messer müssen unter Umständen auch 30-40 Mal (oder mehr) durchgezogen werden, damit der gewünschte Effekt erzielt wird.
  • Danach sollten die Messer wieder scharf sein

Für sehr stumpfe Messer sind die groben Schleifleisten unter Umständen nicht ausreichend, sodass ein Messer zunächst neu geschliffen werden muss. Dies kann entweder z.B. mit einem groben Schleifstein zuhause gemacht werden oder man kann Messer von einem Profi schleifen lassen.

Limitierungen des V-Edge Messerschärfers

Der Materialabtrag ist selbst bei den groben Keramikstäben relativ gering. Dadurch kann der vorhandene Schleifwinkel bei einem Messer nicht geändert werden von z.B. 15° auf 10°.

Zudem kann dieser Messerschärfer – genau wie die meisten anderen Messerschärfer – NICHT den Schleifstein oder das Schleifen vollständig ersetzen.

Was tun, wenn die Messer mit dem V-Edge Messerschärfer nicht scharf werden?

  • Zunächst sollte man den Winkel des Messers kennen. Besitzt ein Messer einen anderen Winkel als 10° oder 15°, wird der V-Edge Messerschärfer nicht helfen. In diesem Fall ist es am besten, das bzw. die Messer zunächst von einem erfahrenen Schleifer auf den empfohlenen Winkel von z.B. 15° zu schleifen.
  • Der V-Edge kann vollkommen stumpfen Messern keinen Grundschliff verpassen. Hier ist es ebenfalls am besten, die Messer zunächst professionell schleifen zu lassen und den V-Edge danach regelmäßig nutzen, damit das Messer gar nicht erst stumpf wird.

Optimale Verwendung des V-Edge Messerschärfers

Der V-Edge Messerschärfer ist wie die meisten Messerschärfer in erster Linie dazu da, um Messer zu schärfen und um sie so lange wie möglich scharf zu halten. Die Schärfe bleibt bei regelmäßiger Verwendung deutlich länger erhalten, sodass Messer deutlich seltener geschliffen werden müssen.

Idealerweise wird der Zwilling V-Edge mit einem frisch geschliffenen oder einem neuen Messer verwendet, damit die Schärfe so lange wie möglich erhalten bleibt und die Messer so selten wie möglich geschliffen werden müssen.

Vor und Nachteile auf einen Blick

VorteileNachteile
Schnelle & einfache HandhabungSchärfen kann teilweise lange dauern
Sehr gute SchärfergebnisseGehäuse wird mit der Zeit Schnittspuren bekommen
Keine Beschädigungen der SchneideDie sehr feinen Keramikstäbe müssen separat gekauft werden
Für europäische & japanische KüchenmesserKann keinen Schleifstein ersetzen
Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
Verschiedene Körnungen
Ersatzteile erhältlich
Geringer Verschleiß, lange Haltbarkeit
Einer der besten manuellen Durchzieh-Messerschärfer

Fazit

Der Zwilling V-Edge Messerschärfer ist nicht perfekt, aber er meiner Meinung nach, einer der besten und vielleicht sogar der beste manuelle Durchzieh-Messerschärfer. Er liefert gute Schärfergebnisse, die beiden Schleifwinkel decken den Großteil der Küchenmesser ab und er ist relativ preiswert.

Wie alle anderen Messerschärfer hat er auch seine Nachteile bzw. Einschränkungen, aber der perfekte Messerschärfer muss erst noch erfunden werden.

Insgesamt liefert der Zwilling V-Edge Messerschärfer ein ausgesprochen gutes Gesamtpaket, daher ist er meiner Meinung nach besonders gut als Messerschärfer für den Durchschnittsverbraucher geeignet.

Der Messerschärfer kann immer recht preiswert bei Amazon oder im Zwilling Online Shop bestellt werden. Die separat erhältlichen weißen Keramikleisten sind meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig, aber sie sind besonders sinnvoll für hochwertige & harte Messer. Derzeit gibt es die weißen Keramikstäbe meines Wissens jedoch nur im Zwilling Online Shop.

Dominic

Dominic

Seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Hobbykoch, Messerliebhaber und der Autor hinter Messer Mojo.

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